Gedenken braucht Präsenz - Warum fehlte der Bürgermeister am 22. Juni?
- Roberto Makoschey

- 24. Juni
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Am 22. Juni 2026 wurde auf dem Platz des Gedenkens in Eisenhüttenstadt an den deutschen Überfall auf die Sowjetunion erinnert – eines der größten Verbrechen der deutschen Geschichte und der Beginn eines Krieges, der Millionen Menschen das Leben kostete.
Bemerkenswert ist dabei nicht nur, dass diese Gedenkveranstaltung offenbar weder von der Stadt Eisenhüttenstadt noch von der SVV Eisenhüttenstadt initiiert wurde. Sehr bemerkenswert ist vor allem die Tatsache, wer fehlte: Bürgermeister Henkel-das Stadtoberhaupt von Eisenhüttenstadt.
Gerade an einem solchen Tag wäre die Präsenz der Stadtspitze ein wichtiges Zeichen gewesen. Erinnerungskultur erschöpft sich nicht in wohlklingenden Worten oder allgemeinen Bekenntnissen zur historischen Verantwortung. Sie zeigt sich dort, wo Haltung gefragt ist – hier in diesem Fall durch Anwesenheit.
Dass selbst der russische Botschafter in Deutschland den Weg nach Eisenhüttenstadt fand, während der Bürgermeister in seiner Stadt fernblieb, wirft Fragen auf. Welchen Stellenwert hat das Gedenken an den 22. Juni 1941 in Eisenhüttenstadt? Und warum mussten andere die Initiative ergreifen, um an dieses historische Datum zu erinnern? Politische Verantwortung bedeutet mehr als einen wöchentlichen politisch inhaltsleeren Bericht über die SocialMedia-Seite Stadt Eisenhüttenstadt zu veröffentlichen. Sie bedeutet, Präsenz zu zeigen – politische Präsenz - wenn es darauf ankommt und am 22.06. eben wo es um die Erinnerung an die Opfer des deutschen Vernichtungskrieges ging. Gerade an einem Ort wie Eisenhüttenstadt hätte man erwarten dürfen, dass die Stadtspitze diese Verantwortung sichtbar wahrnimmt. Das Ausbleiben des Bürgermeisters sendet leider ein anderes Signal.
Herzlichen Dank an Andreas Kannemann, der diese Veranstaltung organisierte und in dieser Form möglich machte.










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