Zeichen für Diplomatie: Brandenburger BSW-Mitglieder und Unterstützer zu Gast in der Russischen Botschaft
- Thomas Paschy

- 19. Apr.
- 2 Min. Lesezeit

Nach unserem Besuch im Russischen Haus am 30. Januar 2026 wurde am 16. April 2026 ein weiteres Zeichen für den zivilgesellschaftlichen Dialog gesetzt. Einhundert Mitglieder und Unterstützer verschiedener BSW-Kreisverbände aus Brandenburg folgten der Einladung des Botschafters der Russischen Föderation, Sergei Jurjewitsch Netschajew, nach Berlin.
Dieser Besuch war der zweite Teil einer Reihe von Aktionen, mit denen wir uns für mehr Diplomatie einsetzen. Besonders wichtig ist uns dabei der Charakter der Initiative: Es war kein offiziell beauftragter Parteitermin, sondern ein Treffen, das von Personen aus meinem direkten Umfeld initiiert wurde. Diese engagieren sich seit Jahren privat und beruflich für die Beziehungen zwischen Deutschland, Russland und der Ukraine und haben diesen Austausch aus persönlicher Überzeugung organisiert.
Gedenken an den Seelower Höhen
Das Datum des 16. April ist für uns in Brandenburg von tiefer historischer Bedeutung. An diesem Tag im Jahr 1945 begann die Schlacht um die Seelower Höhen – die blutigste Auseinandersetzung auf deutschem Boden, die zehntausende vor allem sowjetische Opfer forderte.
In Zeiten, in denen offizielle Stellen oft davon abraten, russische Vertreter zu Gedenkveranstaltungen einzuladen, ist es uns ein wichtiges Anliegen, die historische Leistung der Befreier vom Nationalsozialismus angemessen zu ehren. Dieser Tag sollte uns alle daran erinnern, dass wir die derzeitige militärische Logik der Abschreckung und des Wettrüstens durchbrechen müssen. Einem nuklearen Armageddon entgehen wir nur durch ernsthafte Diplomatie.
Austausch auf Augenhöhe
Der Tag in der Botschaft bot Raum für tiefgehende Einblicke. Nach einer Führung durch die Räumlichkeiten, welche die bis ins 18. Jahrhundert zurückreichende Tradition der deutsch-russischen Beziehungen beleuchtete, stand Botschafter Sergei Jurjewitsch Netschajew den Anwesenden im Konzertsaal für Fragen zur Verfügung.
Für alle Teilnehmer war dieser direkte Austausch auf Augenhöhe sehr bewegend. Es ging darum, zuzuhören und zu verstehen – denn Sicherheit in Europa kann es langfristig nur mit Russland geben, nicht gegen Russland. So schwer es in der aktuellen Situation auch sein mag: Die gegenseitige Respektierung von Sicherheitsinteressen ist die Grundvoraussetzung für Frieden.
Völkerverständigung von Mensch zu Mensch
Nach dem verheerenden Vernichtungskrieg der Nationalsozialisten gegen die Sowjetunion war die russische Bereitschaft zur Versöhnung ein historisches Geschenk. Diese Versöhnung entstand nicht nur am grünen Tisch, sondern durch unzählige private Kontakte, Städtepartnerschaften und kulturellen Austausch.
Genau hier setzen wir an. Wir wollen mit dem Narrativ „Russland ist unser Feind“ brechen und die Fäden der Völkerverständigung wieder aufnehmen.
In diesem Sinne möchte ich auch auf die Initiative russlandistnichtunserfeind.de hinweisen, die sich gegen die zunehmende Entfremdung stellt. Wir werden weiterhin dafür kämpfen, dass Vernunft und Diplomatie die Oberhand gewinnen und das Sterben in der Ukraine endlich beendet wird.
Ein Bericht von Thomas Paschy




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