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Arrow 3 in Holzdorf - Investition in Sicherheit oder ein Desaster?

Milliardengrab Arrow 3

Die Inbetriebnahme der ersten Ausbaustufe des Arrow 3 Komplexes in Holzdorf wurde kürzlich ziemlich aufwendig von Politik und Mainstreammedien inszeniert. So erklärte der SPD Verteidigungsminister der Presse: „Wir erlangen damit erstmals die Möglichkeit zur Frühwarnung und zum Schutz unserer Bevölkerung und Infrastruktur vor weitreichenden ballistischen Raketen.“


Diese Aussage ist aber eine glatte Täuschung der Menschen. Warum?


Man braucht eigentlich nur ein paar Dinge etwas näher zu betrachten:


  1. Das seit 2008 entwickelte und 2017 erstmals in Israel in Dienst gestellte Arrow 3 ist zum Zeitpunkt seiner vollen Entfaltung in Deutschland – die erst für 2030 anvisiert ist - technisch veraltet und auch heute schon, in seiner Wirkung gegen moderne Raketen stark limitiert – das heißt löchrig! Das System kann dann, wie jetzt schon, keinen annähernden vollständigen Schutz vor anfliegenden ballistischen Raketen bieten. Warum? Das System ist für die Bekämpfung einer Generation von ballistischen Raketen entwickelt worden, die es dann zwar sicher noch in Beständen der Armeen gibt, aber die technologisch auch veraltet sind und schon jetzt von weitaus effizienteren, treffsicheren und durchschlagfähigeren Systemen abgelöst wurden. Das bedeutet, wer ernsthaft einen Angriff mit Raketen versucht, wird wahrscheinlich mit den alten ballistischen Raketen das System Arrow 3 beschäftigen, stören und überlasten und dann mit moderner Raketentechnologie überwinden und die angestrebten Zerstörungsziele erreichen. Militärtechnologie und militärische Entwicklung funktioniert so. Es gibt immer das Bestreben besser zu werden und eine Antwort auf eine Lösung zu erlangen. Eine Spirale ist das. Das liegt in der DNA der militärischen Stärke und Rüstung begründet. So ist eben schon jetzt absehbar, dass Ende der 2020er Jahre (also zum Zeitpunkt der vollen Indienststellung des Arrow 3), die Arrow 4 einsatzbereit ist, die etwas wirksamer gegen neuere heutigere Bedrohungen sein soll.

  2. Schon heute können wir davon ausgehen, dass das System Arrow 3 fast vollständig technisch aufgeklärt ist und es Methoden gibt, die es unwirksam oder einfach viel löchriger, also durchlässiger, machen. Dazu braucht man gar nicht in eine Glaskugel zu schauen. Es reicht der Blick zurück in die Mitte dieses Jahres. Was ist da passiert? In dem zwölf-Tagekrieg im Juni dieses Jahres zwischen Israel und dem Iran feuerte der Iran nach israelischen Angaben etwa 550 ballistische Raketen nach Israel ab. Nach unterschiedlichen Angaben, verschiedener Nachrichtenagenturen und Experten durchdrangen mindestens 20 bis mehr als 40 Raketen den Hightech-Schutzschirm Raketenabwehr. Die genaue Anzahl der Raketen, die durchgekommen sind, ist aber strengstes militärisches Geheimnis. Wobei die Experten sich einig darüber sind, dass der Iran bei diesem Angriff keine hochmodernen ballistischen Raketen eingesetzt hat, weil er solche Technologien noch nicht besitzt. Wenn dann aber schon diese beachtliche Anzahl von weniger moderner Raketentechnologie (wir reden ja von 20 bis mehr als 40!!!) durchgekommen sind, was wäre, wenn ein Schlag mit viel modernerer Raketentechnik durchgeführt werden würde? Mit moderneren Raketen die zum Beispiel in den Arsenalen der USA, Russland und China vorhanden sind? Und was erst wenn Raketen atomar bestückt sind? Solche modernere Raketentechnik ist eben dafür entwickelt worden, um Raketenabwehrsysteme zu überlisten. Das Thema Raketenabwehr steht ja schon seit Anfang / Mitte der 80er Jahre. Hier mal ein paar bekannte technologische Entwicklungen seitdem: Moderne Raketen vollziehen heute – um einer Abwehr zu entkommen - keine statische ballistische (und damit genügend berechenbare) Flugbahn, sondern sie sind in der Lage ihren Kurs zu ändern oder unvorhergesehen zu manövrieren.  Zudem können einfache relativ billige Täuschkörper in der Flugbahn der angreifenden Rakete eingesetzt werden, die das System der Raketenabwehr beschäftigen und überfordern. Und dann gibt es auch schon seit vielen Jahren die sogenannte MIRV-Technik, wobei sich Raketen an einem gewissen Punkt in mehrere anfliegende Ziele teilen können. Bei all den gegnerischen Maßnahmen sind noch nicht die eigens vom Raketenabwehrsystem selbst verursachen Probleme, wie Radar- oder Sensorungenauigkeiten, Bedienfehler oder - auch nicht auszuschließen - Sabotage, berücksichtigt.


Schon für einen Laien ist hier erkennbar, dass ein Schutz der Bevölkerung überhaupt kein echtes Ziel bei der Aufstellung dieses Systems sein kann.  Da lügt der Verteidigungsminister uns einfach ins Gesicht! Arrow 3 dient eigentlich nur einem bestmöglichen Schutz und Erhalt von militärischer Anlagen militärischer Technik und Infrastruktur, die für das Funktionieren von Befehls- und Kommandostrukturen notwendig sind. Der Selbstzweck für das Militär steht also hier im Vordergrund. Ein wenig Schutz von Zivilbevölkerung ist da eher das „Abfallprodukt“ der Technologie, was uns aber als Hauptgrund erklärt wird.


Mein Fazit also:


Arrow 3 ist keine Investition. Schon gar nicht in mehr Sicherheit. Das Gegenteil ist der Fall. Arrow 3 bietet nämlich ein neues legitimes militärisches Ziel in unmittelbarer Nähe von Berlin und Potsdam – mitten in einem Ballungsraum mit viel Zivilbevölkerung. Berlin und Potsdam wie auch andere Teile Brandenburgs rücken damit ins Visier der Zerstörung und Vernichtung.


3,6 Milliarden Euro betragen die Anschaffungskosten des Systems. Das ist schon enorm! Die Betriebs- / Wartungs- / Modernisierungs- und Entsorgungskosten (z.B. überlagerter „abgelaufener“ Raketen) werden dazu noch mal das 3-5 – fache an Kosten verursachen. Schon allein mit der notwendigen Energie um nur das vorhandene Radar und dessen Kühlung zu betreiben, könnte man zeitgleich ein komplettes großes Krankenhaus oder eine kleine Stadt mit etwa 8.000 -10.000 Haushalten mit Strom versorgen. Eine Verschwendung von Geld, vergleichbar mit einem Fass ohne Boden. Ein Desaster also, weil das Geld für Bildung, Gesundheit, Renten, Infrastruktur, Kultur, Umweltschutz und anderes ziviles nicht mehr zur Verfügung steht.

 

 
 
 

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